Das Menstruations-Stigma


Die Menstruation wird oftmals noch gesellschaftlich tabuisiert. Bei gleichzeitigem Durchstarten von Frauen* in der Arbeitswelt ist es daher zur Norm geworden, dass Frauen* versuchen jeden Tag gleich zu funktionieren, gleiche Leistung zu bringen.
Die Menstruation wird als „Schwäche“ angesehen und Emotionalität noch allzuoft mit einem degradierenden „Hat die ihre Tage?“ kommentiert. Diesen Spruch habe ich zwar zum Glück lange nicht gehört, aber irgendwo ist er noch in unseren Köpfen verankert.

Wenn wir während der Menstruation leiden, kann das zum Teil auch daher kommen, dass wir versuchen sie zu unterdrücken und zu überspielen. Wir machen mit unserem Pensum an To Do's und Leistungsdruck einfach weiter. Kein Wunder, dass der Körper sich eine Pause einfordern will!

Ungeachtet unserer zyklischen Natur, sind wir am Machen und Tun: Job, Partnerschaft, Fitness, Selbstoptimierung, Freunde, Familie und Kinder - alles soll perfekt laufen. Wir Frauen* haben unser Arbeitsrecht nunmal hart erkämpft und müssten aber eingestehen, dass wir an manchen Tagen nunmal nicht so hart arbeiten können bzw. sollten. Das fühlt sich für Viele noch wie ein Rückschritt an. Dabei laufen wir natürlich zum Zeitpunkt rund um den Eisprung zu Hochform auf und haben unglaublich viel Kraft. Somit gleicht sich das Energie-Gefälle wieder aus. Wir müssen endlich verstehen und akzeptieren, dass wir nicht linear, sondern zyklisch "funktionieren" und uns entsprechend mit den Phasen vertraut machen.