Die symptothermale Methode – mehr als nur Verhütung


Gastbeitrag von Eva Teja Tschiderer & Thea Maillard
 
Hormonfreie Verhütung hat viele Namen. Im deutschsprachigen Raum sind wohl NFP, was für Natürliche Familienplanung steht, und NER, Natürliche Empfängnis Regelung, am bekanntesten. Im Englischen wird oft von FAM oder FABM gesprochen, was für Fertility Awareness Method bzw. Fertility Awareness Based Method steht – zu Deutsch Fruchtbarkeitsbasierte Methode.

Hinter all diesen Kürzeln steht das gleiche Prinzip, nämlich die symptothermale Methode.

Durch Messen der Aufwachtemperatur und durch Beobachtung des Zervixschleims und/oder der Zervixposition kann frau* mit mehr als 99%iger Sicherheit bestimmen, wann sie fruchtbar ist und wann nicht.

 

Das ist natürlich super praktisch, um eine Schwangerschaft zu vermeiden oder aber gezielt eine Schwangerschaft zu planen. Aber auch für Menstruierende, die sexuell grade nicht aktiv sind oder sexuell aktiv sind, ohne das seine Schwangerschaft eintreten kann (z.B. in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft oder mit einem zeugungsunfähigen Partner) bietet die symptothermale Methode viele Vorteile. 

Der Menstruationszyklus wird auch als das fünfte Vitalzeichen für Menschen mit Gebärmutter genannt. Neben der Körpertemperatur, dem Puls, der Atmung und dem Blutdruck, gibt auch der Menstruationszyklus wichtige Auskunft über den allgemeinen Gesundheitszustand. Im Gegensatz zu den anderen Vitalzeichen des Körpers, ist der Menstruationszyklus nicht überlebenswichtig (was irgendwie auch paradox ist, da ja ohne gesunden Zyklus keine Schwangerschaft eintreten und die Menschheit nicht fortgepflanzt werden kann), sagt aber sehr viel über unsere Gesundheit aus.
Wer anfängt, seinen Zyklus mit Hilfe der symptothermalen Methode zu beobachten und aufzuzeichnen, wird meistens recht schnell erkennen, wie sich bestimmte Faktoren wie Ernährung, Schlaf, Stress und Genussmittelkonsum auf den Zyklus auswirken. Und schon so manche Frau* hat überrascht festgestellt, dass sich ein sonst unregelmäßiger und unvorhersehbarer Zyklus auf einmal wie von alleine einpendelt, nur weil sie ihn beobachtet. Auch Alkoholkonsum oder Krankheit kann den eigenen Zyklus einmal auf den Kopf stellen. Durch tägliches Temperaturmessen können hier auch deutliche Zusammenhänge beobachtet werden.

Wer die Sprache des eigenen Körpers gut beherrscht, kann dann im nächsten Schritt dazu übergehen, die Fruchtbarkeit im Zyklus zu bestimmen. Basierend auf der Temperaturkurve, dem Zervixschleim – der sich im Zyklus mit zunehmendem Östrogen verändert – und gegebenenfalls der Muttermundbeobachtung lernt jede*r intuitiv, wann der eigene Körper fruchtbar ist und wann nicht. Das allein schon führt zu Eigenermächtigung!

Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow

 

Sich der fruchtbaren und der unfruchtbaren Tage bewusst zu sein heißt noch lange nicht, dass man dieses Wissen gleich zur einzigen Verhütungsmethode macht. Manche Menstruierenden wissen einfach gerne, wann sie fruchtbar sind, weil sie in dieser Zeit auch produktiver, kommunikativer und sozialer sind und planen ihren Terminkalender danach.

Erst wer durch body literacy Bewusstsein über die eigene Fruchtbarkeit erlangt und dieses Wissen dann anwendet, um eine Schwangerschaft gezielt zu planen oder zu vermeiden, nutzt die symptothermale Methode zur hormonfreien Verhütung. 

Danke, liebe Eva Teja und liebe Thea für diesen wundervollen Beitrag!

Über Eva Teja und Thea: sie beide arbeiten als Zykluscoaches, Frauenbegleiterinnen und Yogalehrerinnen. Mit ihrem gemeinsamen Wissen haben die zwei Expertinnen einen Kurs kreiert: den FABM Kurs, in dem du online die ganze symptothermale Methode lernen kannst.

 

TIPP: Eva macht aktuell ein Crowdfunding zur Finanzierung einer Ausbildung in traditioneller Hebammenkunde, um Frauen während der Schwangerschaft, Geburt und im Wochenbett in Geborgenheit zu begleiten. Daher bekommst du durch das Crowdfunding den FABM Kurs vergünstigt, nebst anderen schönen Produkten und natürlich ihrer Arbeit.

 

*enthält Werbung, weil Produkt- und Namensnennung