Period-Stories: Die Zeit der Periode ist eine Zeit voller Magie


Mein Weg von der Ablehnung zur kraftvollen Zelebration meiner Periode.

Gastbeitrag von Inga Laumann, Gründerin von From The Yoniverse

Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow

 

Als ich mit 13 Jahren auf der Toilette meiner Oma das erste Mal Blut in meiner Unterhose entdeckte, da war ich so richtig glücklich. Ein warmes Gefühl stieg in mir auf und ich fühlte mich sehr reif und sehr erwachsen. Da saß ich nun auf der mit roten Akzenten dekorierten Toilette und war eine richtige Frau geworden.

Meiner Oma und meiner Mutter, im Zimmer nebenan, erzählte ich nichts, denn das wollte ich erst mit mir selbst ausmachen. Zu sehr hatte ich Angst, dass sie sofort eine Perioden-Party für mich veranstalten würden, mir sofort Binden kaufen würden und dann noch allen Bekannten im Einkaufszentrum berichten würden, dass ich nun eine Frau bin! „Puh, ne!“

Erinnerst du Dich noch an deine erste Reaktion?

Komisch, dass ich damals schon Scham empfand. Heute würde ich wahrscheinlich auch sofort eine Perioden-Party für meine Tochter schmeißen wollen. Denn der Weg vom Kind zur erwachsenen Frau ist etwas wahnsinnig Besonderes.
Doch irgendwie erklang ein leiser Gedanke, dass mich die Leute vielleicht ekelig finden würden. Unrein. Das war meine erste Reaktion auf meine erstes Mal Bluten: ein Mix aus etwas ganz Besonderem und Scham. Eins war mir aber ganz klar:

Ganz intuitiv, wollte ich meine

Periode nur für mich haben!

Und so ist es heute auch noch. Denn diese Zeit ist die Schönste meines gesamten Zyklus, in der ich mir erlaube:

  • Mein Handy und Social Media auszuschalten.
  • Meinen Schreibtisch gegen das Sofa, Tee, Wärmflasche und Kuscheldecke auszutauschen.
  • Meine Termine mit Freunden, Arbeit und was sonst gerade einfach zu viel ist abzusagen.

Ihr wundert Euch vielleicht warum ich so radikal bin?

Für mich steckt in dieser Zeit eine ganze besondere Kraft. Selten bin ich so klar, sensibel und offen, um meine Visionen zu erkennen. Wenn wir uns in dieser Zeit allerdings überfordern, zeigt sich die Sensibilität von ihrer Schattenseite in Form von Reizüberflutung. Dann maulen wir rum, begegnen anderen oft ungerecht und genervt. Und dann kommt: „Hast du deine Tage oder was?“
Puh! Das macht mich ganz rasend! Ist doch dieses Maulen und Genervt sein ein natürlicher Abwehrmechanismus unseres Körpers und unserer Seele, um die Möglichkeit zu ergreifen, alleine zu sein. Aber leider entstand aus der Kostbarkeit unserer Feinfühligkeit das Vorurteil, dass menstruierende Menschen sehr anstrengend sind. Dabei lässt sich hier die Gabe der hohen Sensibilität absolut positiv für uns nutzen.   

Umarme deinen Zyklus – das Wunder deines Körpers

Um zu funktionieren, habe ich lange Zeit meine Periode weg ignoriert, damals habe ich einfach Tabletten gegen die Schmerzen genommen. So verlief mein Tag, abgesehen von dem enormen Unwohlsein, fast wie jeder andere. Ein Unwohlsein, das ich oft stillschweigend aushielt, um nicht als „die Sensible mit ihrer Erdbeerwoche“ abgestempelt zu werden. Die, die man dann nicht ernst nehmen kann.
Viele Menstruierende fühlen sich in dieser Zeit krank und leiden unter Schmerzen, haben Depressionen oder sind reizbar.
Schmerzen habe ich jetzt kaum noch, auch leide ich nur noch selten an Stimmungsschwankungen. Denn mittlerweile gelingt es mir immer besser die Kostbarkeiten meines gesamten Zyklus in meinen Alltag zu integrieren.
Für mich ist die Periode nun eine Zeit des Lauschens und in mich gekehrt seins.

Die Periode als Visionssuche

Dieses „weg ignorieren“ führte unter anderem dazu, dass meine Periode einfach ganz ausblieb. Bis ich durch meine Yoga Ausbildung in Südamerika mit einem für mich ganz neuen Umgang mit der Periode in Berührung kam. Dort lernte ich zum ersten Mal die Bedeutung eines "Moon Tempels" kennen. In alten Traditionen ist es Brauch das Frauen sich während der Periode an einen Ort der Stille und Ruhe zurückziehen. In den sogenannten "Moon Tempeln" sind die Menstruierenden unter sich und beschützt vor den Einflüssen der Außenwelt. Denn in dieser Zeit bist du besonders feinfühlig. Du kannst Schwingungen viel feiner wahrnehmen und kannst die Möglichkeit ergreifen ganz besonders tiefsinnig zu sein.

Schutz vor äußeren Einflüssen

Daher empfiehlt es sich sich in dieser Zeit vor äußeren Einflüssen zu schützen. Das machen viele schon intuitiv. Vielleicht magst du dir auch einen kleinen Moon Tempel zu Hause bauen. Auch wenn du arbeiten musst, kannst du dich selbst in dieser Zeit als Königin betrachten. (Bitte tue das sonst auch, nur in deiner Mond-Zeit ganz besonders).

Loslassen, was nicht mehr dient

So wie wir uns körperlich in dieser Zeit reinigen, so reinige ich mich auch geistig. Ganz bewusst setzte ich mich mit Glaubensätzen, Werten und Ansichten in meinem Leben auseinander. Hierbei lasse ich die los, die mir nicht mehr dienen. Ich sehe die Phase meines Blutens immer als kleine Visionssuche, in der ich in mich gehe und meinem wahren Kern sehr nahe kommen kann.

Zeit für Kreativität und Intuition

Ich hören immer wieder: „Ich bin nicht kreativ!“ oder „Ich male total schlecht!“ Bitte hört auf damit!

Wir sind alle kreativ!

In dem wir die Probleme und Hindernisse unseres Alltages lösen. In dem wir geschickt unsere Wünsche in unser Leben einweben und in dem wir unseren Tag planen.

Wir haben alle ein kreatives Potenzial

Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow

 

Dabei hat der kreative Schaffensprozess aus unserem Inneren nicht im Geringsten etwas mit der subjektiven Qualität dessen zu tun. Als menschliches Wesen haben wir eine natürliche Faszination für Farben, Formen und Materialien. Es spielt keine Rolle, ob du gut malen kannst, sondern in wieweit du dieser natürlichen Faszination einen Raum gibts. Das mag am Anfang schwer sein. Ein Anreiz sich diesem Thema mehr zu widmen, könnte sein, dass du durch Kreativität einen besseren Zugang zu deiner Intuition hast. Durch eine spielerische und möglichst nicht ergebnisorientierten Herangehensweise entsteht ein natürlicher Flow aus innerlichen Impulsen, denen du Ausdruck verleihst.

Ich könnte ein ganzes Buch darüber schreiben, was es mit uns macht, wenn wir unser natürliches Potenzial an Kreativität unterdrücken. Zum Glück hat dies schon Clarissa Pinkola Estés ganz hervorragend in ihrem Buch "Die Wolfsfrau" umgesetzt.

Um deiner Kreativität etwas auf die Sprünge zu helfen, empfehle ich dir meine Malbücher und die wundervollen Workshops.

Kreative Cacao & Clay Zeremonie am 29.2.2020. Zum Event.
Body Positive Yoga. Zum Event.
Body Love Facebook Gruppe. Zur Gruppe.
Yoni Power Colouring Book – Ein Ausmalbuch in der Mission der Selbstliebe. Zum Shop.

Ich möchte es noch einmal betonen:

Kreativität hat nichts

mit Malen zu tun.

Es lohnt sich also deinen eigenen Weg und dein individuelles natürliches Kreativitäts-Potenzial zu entdecken. Denn als menstruierender Mensch besitzt du die besondere Gabe der Feinfühligkeit. Du besitzt ganz besonders in der Zeit des Blutens einen natürlichen Zugang zu deiner inneren Weisheit. Nutze diesen! Es ist ein Geschenk! Schenke dir selbst Zeit diese Gabe zu erkunden. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Vertraue dem Prozess.
Ich hoffe, ich konnte dich inspirieren nun die Künstlerin in dir zu entdecken! Für deinen Weg wünsche ich dir alles Liebe und Gute.

Self Love on !!!

Deine Inga <3

Über Inga Laumann: Die Künstlerin, Aktivistin und Visionärin möchte zu mehr Selbstliebe inspirieren. Im Fokus steht
dabei die weibliche Kraft – Urquell der Intuition und einer unermesslichen Kreativität, die es in jeder von uns zu entdecken gibt. Mit ihren Yoni-Mandalas und -Zeremonien zeigt Inga, wie wir Zugang zu dieser weiblichen Intuition und Weisheit erlangen und ihnen schöpferisch Ausdruck verleihen können.
Inga zelebriert eine tiefe, transformative Wertschätzung für ihren Körper und die Verbundenheit zu der kollektiven weiblichen Urkraft. Ihre wunderschönen „From the Yoniverse“ Yoni-Skulpturen und -Schmuckstücke lassen uns daran teilhaben und sind ein Statement für weibliche Kraft und Kreativität.
Danke, liebe Inga, für diesen schönen Beitrag.