FEIGEN – DAS SUPERFOOD FÜR DIE FRUCHTBARKEIT


„Das beste Fleisch ist Fruchtfleisch.“ Prof.Dr. Andreas Michalsen 

Das feine Knistern im Mund, die milde Süße und die weiche Schale, so sanft wie zarte Sommerhaut. Es gibt keine sinnlichere Frucht als die Feige. Mit ihr verbinde ich mediterrane Urlaubsfeelings und kulinarischen Hochgenuss. Aber die kleine Powerfrucht kann noch mehr: sie wird als Aphrodisiakum bezeichnet, gilt seit jeher als Symbol für Fruchtbarkeit und steckt voll kostbarer Nährstoffe. 

 

Darum ist deine Fruchtbarkeit auch unabhängig von der Familienplanung wichtig: 

 

Was sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirkt, also die Eizellenreifung, den Eisprung und die Empfängnis unterstützt, ist grundsätzlich auch gut für den gesamten Zyklus. Der Eisprung ist wichtig für die Hormonbalance im Körper. Nur wenn ein Eisprung erfolgt, wird auch genügend Progesteron produziert, um das Östrogen auszubalancieren. Beide Hormone haben im Körper noch weitere Funktionen nebst dem Zyklus und sind somit essentiell für die Gesundheit. Bei mir stehen „fruchtbarkeitsfördernde Lebensmittel” daher hoch im Kurs und ich versuche sie immer in meinen Speiseplan zu integrieren. Aktuell kriege ich von Feigen nicht genug! 

 

Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow


Die Feige als Symbol für Fruchtbarkeit in der Signaturenlehre

 

Die Signaturenlehre der Pflanzenheilkunde besagt, dass Früchte oder Pflanzen, die viele Kerne oder Samen tragen, so wie beispielsweise Feigen, Granatapfel, Beeren, Mönchspfeffer und Hafer eine besondere Wirkung auf die Fruchtbarkeit haben.

 

„Der Signaturenlehre zufolge beeinflussen vor allem solche Pflanzen, die reichlich Beeren und Früchte oder Samen hervorbringen, das menschliche Fortpflanzungsvermögen.” Margret Madejsky


Feigenbäume tragen sogar mehrmals im Jahr eine Vielzahl von Früchten, was sie also zum absoluten Potenz Star macht. Interessanterweise gibt es männliche und weibliche Fruchtkörper, wovon aber nur die weibliche Frucht gegessen wird. Die Analogie zum Weiblichen findet sich auch in ihrer Form: im Querschnitt erinnert eine Feige an einen Eierstock. Bemerkenswert ist dabei auch, dass Feigen paarweise wachsen, also äquivalent unserer Eierstöcke. Auch für Männer deutet diese Paar-Signatur auf eine positive Wirkung für Potenz und Spermienqualität hin. Schon die Griechen sahen in der Frucht das Abbild der Hoden. Der weiße Pflanzensaft des Baumstamms hat darüber hinaus eine Signatur-Analogie zum Sperma. Die geöffnete Feige erinnert allerdings wieder an das weibliche Geschlecht, die Vulva. Die italienische Bezeichnung für „Vulva” ist übrigens „Fica" – so wie der botanische Name der Feige: „Fica Carica”. Feigen wurden außerdem auch als Baum „der vielen Brüste" bezeichnet.

Die Fruchtkörper und der Feigenbaum vereinen also Beides: das männliche und weibliche Prinzip. Kein Wunder, dass die Feige in der Ayurveda als „sattvisch” bezeichnet wird. Sattva steht für Reinheit, Harmonie und Gleichgewicht. Außerdem fördert sie durch ihre Süße, Energie- und Nährstoffdichte die Bildung von Ojas. Ojas sind gleichbedeutend mit Lebenskraft und sexueller Energie und stehen für Vitalität und Verjüngung.

 

Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow


Die aphrodisierende Wirkung der Feige wurde schon in der antiken Mythologie erkannt. Verschiedene Kulturen sprachen der Frucht große Kräfte zu, weshalb sie als Symbolfrucht für Mutter-, Fruchtbarkeits-, Sex- und Liebesgöttinnen, wie Aphrodite, Hathor und Juno dient. Ein schöner Brauch ist das Feigen-Fest am 7.Juli, dem Tag der römischen Göttin Juno, bei dem einem Paar durch das gemeinsame Verspeisen von Feigen Leidenschaft und Empfängnis beschert werden soll. Sogar in der Bibel findet der Feigenbaum schon Erwähnung: ein Feigenblatt diente dazu die Nacktheit von Adam und Eva nach dem Sündenfall im Garten Edens zu bedecken. Im Buddhismus ist der Feigenbaum heilig, weil Buddha darunter seine Erleuchtung empfing. 

Kein Wunder, dass diese Frucht auch heute noch alle zumindest kulinarisch in ihren Bann zieht. Aber auch gesundheitlich ist sie nicht zu unterschätzen und daher möchte ich dir kurz ihr kostbares Innenleben vorstellen.

 

Energie- und Nährstoffreiche Powerfrucht 

 

  • Feigen enthalten sehr viel des Ballaststoff Pektin und können somit die Verdauung fördern. Außerdem entfalten die kleinen Kerne durch Aufquellen ein reinigende und stimulierende Wirkung im Darm. Ein gesunder Darm und eine gute Verdauung sind die Basis für ein ausgeglichenes Hormonsystem und daher gibt es hier schonmal Fruchtbarkeits-Bonuspunkte!
  • Feigen sind ein super Mineralstoff-Lieferant für Calcium, Kalium, Zink, Phosphor, Potassium, Eisen und Magnesium. Mineralstoffe sind extrem wichtig im Körper und spielen eine Rolle für den Energiehaushalt, das Nervensystem, alle Stoffwechselprozesse, die Blutbildung, den Gewebeaufbau und eben auch für die Hormonproduktion. Ein Defizit an Mineralstoffen verschlechtert immer auch die Fruchtbarkeit. 
  • Auch sehr wertvoll für unseren Zyklus sind die Gruppe der B-Vitamine. Sie sind beteiligt an der Hormonbildung und einem ausgewogenen Energiehaushalt, Stressabbau, Zufriedenheit, und gutem Schlaf. Feige enthält das „Stimmungsvitamin“ B1, aber auch B2, B3, B5, B6 und B9. Das Protein Tryptophan beugt als Vorstufe für das Glückshormon Serotonin Stimmungstiefs vor.
  • Vitamine und Antioxidantien, wie Polyphenole boosten das Immunsystem und wirken entzündungshemmend und zellschützend. Antioxidantien spielen somit beim Aufbau gesunder Eizellen und der Zellteilung eine große Rolle. 
  • Außerdem wirkt die Feige basisch und trägt durch einige wertvolle Enzyme zur Eiweißverdauung bei, reguliert Blutdruck und den Blutzuckerspiegel. Die antiseptische und antibakterielle Wirkung kann Haut und Schleimhäuten Gutes tun.

Wer jetzt, nach all ihren Vorzügen, noch kein Feigen-Fan ist, darf mein leckeres Rezept probieren oder sich selbst kreativ in der Küche austoben. Feigen schmecken zu Süßspeisen und Herzhaftem, warm, kalt, als Kompott oder gratiniert. Auch toll in der ewiesenermaßen fruchtbarkeitsfördernden Mittelmeerkost. Ich finde sie einfach extrem vielseitig, habe mich hier für eine Frühstücks Variante entschieden. 

Wie meist koche und kaufe ich intuitiv ein und kreiere dann etwas aus dem was da ist. Und so ist dieses wundervolle, nährende, spätsommerliche Porridgerezept entstanden:

Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow

REZEPT:

Rote Beete-Porridge mit Kokosfeigenkompott und Mandelmus (vegan)

Im Dreiklang mit Hafer, Mandeln und Kokos ist das Rezept der absolute Fruchtbarkeits-Boost und perfekt für die 1.Zyklushälfte. Am Besten alles in Bio-Qualität!

2 Portionen:

1 Tasse Haferflocken
2 Tassen Pflanzenmilch (Menge nach Bedarf und gewünschter Sämigkeit)
1/2 Tl Rote Beete Pulver (färbt schön rosa)
4-5 Feigen 
1 TL Dattelsirup
1 EL Kokosöl
5 EL Wasser
1 Zimtstange
Vanille
Salz
2 TL Mandelmus
Deko optional: Gewürze, Beeren, Mandelsplitter, Kokosraspeln, Nüsse, Superfoods wie Shatavari, Gojibeerenpulver, Cacaopulver, Leinsamen etc.

So geht’s:
  1. Koche die in Scheiben oder Stücke geschnittenen Feigen mit Kokosöl, Dattelsirup, der Zimtstange und etwas Wasser ca. 5-10 Minuten ein (je nach Herd). Du erhälst einen dickflüssigen Sud, das Kompott.
  2. Koche den Haferbrei schön sämig, füge eine Messerspitze Salz und das Rote Beete Pulver zu. 
  3. Fülle die gewünschte Portion Haferbrei in eine Schale und richte das Feigenkompott, Mandelmus und Alles, was du dir für den optischen Genuss noch wünschst, darauf an.
  4. Genieße das Feigenporrdige noch warm und starte den Tag so mit ganz viel yummy Goddesspower!

Das Porridge schmeckt auch noch am nächsten Tag supergut. Das Rezept kannst du natürlich nach Herzenslust variieren.

 

Lass dich einfach inspirieren, dich und deinen Körper mit wohltuender, gesunder Nahrung zu verwöhnen. Denn zyklische Selbstfürsorge beginnt mit der Ernährung. Dein Körper ist dein Tempel und du kannst dein Wohlbefinden tagtäglich in deine Hände nehmen und gut für dich sorgen.

 

 

Disclaimer: Die Informationen und das Rezept sind mit bestem Gewissen zusammengestellt und dienen lediglich der Inspiration, nicht der Behandlung oder Diagnose von Zyklusstörungen oder grundlegenden Ernährungsempfehlungen. 

 

 
Quellen:
Lexikon der Fauenheilkräuter Margret Madejsky
de.wikipedia.org/wiki/Echte_Feige
heilpraxisnet.de/heilpflanzen/feigen
journeyingtothegoddess.wordpress.com/tag/figs
hexenladen-hamburg.de/magische-rituale/feigen-fur-die-fruchtbarkeit ayurveda.de/ernaehrung-ayurveda
en.wikipedia.org/wiki/Bodhi_Tree
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en.wikipedia.org/wiki/Juno_(mythology)
naehrwertrechner.de/naehrwerte/F505111/Feige+frisch