DER PMS SURVIVAL-GUIDE


Mit 100 PMS durch die zweite Zyklushälfte:
Ein Survival Guide für Menstruierende und Angehörige.

Gastbeitrag von Inga Laumann, Gründerin von From The Yoniverse
*enthält Werbung, weil Produkt- und Namensnennung

 

Mein Magen zieht sich zusammen und ich knirsche mit den Zähnen. „Mist, wie konnte ich nur diese wichtige E-Mail übersehen“. Tränen schießen mir in die Augen.
Worauf ich vor einer Woche, während meines Eisprungs, mit einer charmanten Antwort reagiert hätte, stellt sich in der prämenstruellen Phase dar, als sei es mein absoluter Untergang. Ich koche vor Wut und bin so sauer – auf mich selbst.
Bei mir ganz klar ein „PMS-Hallöchen“, das mir deutlich mitteilt: „Du bist herzlich eingeladen in den nächsten Tagen ganz besonders gut auf dich zu achten!“

Die Ayurveda-Expertin Julia Wunderlich hat mir das genauer erklärt: 
„Klassische Anzeichen der prämenstruellen Phase sind Zunahme von Sensibilität und Abnahme von Toleranz. Wir können weniger aushalten, sind weniger flexibel - nicht nur im Körper, sondern auch im Geist. Das weniger „Tragen“ zu wollen, hilft uns, uns immer wieder neu auszurichten. Jetzt sorgen wir am Besten für uns, indem wir uns zurückziehen und unsere Grenzen radikaler achten.“

Wow, das trifft jawohl voll und ganz zu! Daraufhin beschloss ich, mir das Leben selbst zu erleichtern und meine PMS Symptome besser in den Griff zu bekommen. Wie ich das geschafft habe teile ich mit euch:

Tipp 1: Ernährungsumstellung

Die passende Ernährung und Nahrungsergänzungsmittel waren für mich ein echter Game-Changer, um in der zweiten Zyklushälfte im Flow zu bleiben.
Ich tausche mittlerweile meinen geliebten Kaffee gegen Rote Beete Latte aus, da mich Kaffee während der PMS-Phase zu sehr reizt.
Das immer wiederkehrende, übertriebenen Verlangen nach Schokolade, gegen das ich oft zu kämpfen hatte, gleiche ich jetzt durch die Zufuhr von Magnesium und Vitamin D3 aus. Diese Vitalstoffe helfen mir entspannt und gleichzeitig energievoll zu bleiben. Viel besser als in meinem Bett zu liegen und mich Selbst für meine Lustlosigkeit zu bemitleiden.
Dabei weiss ich: der Heißhunger, der mit Hormonschwankungen im Zusammenhang steht, hat natürlich einen Sinn. Mein Körper will mich eigentlich nur unterstützen. Daher signalisiert er: „Essen – und zwar schnell“, um mich auch weiterhin mit Energie zu versorgen.
Eine super spannende Feststellung ist für mich auch, dass ich meine Stimmung mit spannenden Geschmäckern von leckerem Essen einfach aufhellen kann.

Tipp 2: Ich gönne mir mehr Erholung & Pausen

Als ich den Heisshunger, durch das Zyklustracken nachvollziehen und deuten konnte, wurde mir schnell klar: mit kleinen Erholungsmomenten oder einer extra langen Mittagspause kann ich das Energietief, dass mich sonst dazu gebracht hat zu ungesunden Lebensmitteln zu greifen, ausgleichen.
Weitere effektive Stimmungsaufheller sind für mich Atemübungen. Sie sorgen dafür, dass ich mich ausgeglichen und entspannt fühle.

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Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow

Tipp 3: Ich shifte meine Energie

Um schlechte Laune und nervige Gedanken zu vertreiben, räuchere ich meine Wohnung. Der Duft des Räucherwerks und die geklärten Räume bringen mich wieder ganz zu mir und meiner Mitte zurück.
Am liebsten verwende ich die Räuchermischungen vom Allgäuer Bio Kräuter Bauernhof Artemesia. Auf diesem Hof wird noch alles traditionell per Hand gesäht und geerntet. Bei der Teesorte „Die Heldin“ habe ich im vergangen Herbst sogar eigenhändig bei der Ernte geholfen.

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Foto: Katja Vogt / Feel Your Flow

Tipp 4: Bewegung

Was bei mir gegen Ärger richtig gut hilft ist Bewegung. Kennst du schon die Kundalini Meditation von Osho? Von mir auch einfach „Schüttel-Meditation“ genannt. Sie hilft total, Ängste und negative Emotionen einfach abzuschütteln. Probiere es unbedingt mal aus!

Tipp 5: Negative Emotionen schreibe ich mir von der Seele

In meiner prämenstruellen Phase kommen bei mir oft Gedanken hoch, dass ich nicht genug sei oder dass ich zu wenig Anerkennung von meinen Mitmenschen bekomme. Für diese Fälle habe ich verschiedene Strategien entwickelt, aber die Beste ist diese hier – mein absoluter Tipp für dich: Die „Nerv-Liste“. Auf ihr darf alles radikal niedergeschrieben werden. Nichts wird beschönigt oder abgelehnt. Ob Eifersucht, Neid oder fehlende Aufmerksamkeit. Ich widme mich diesen inneren Teilen in mir aufrichtig, bevor ich meine Mitmenschen scharf anfahre.

Tipp 6: Ich informiere mein Umfeld

Ziemlich einfach, etwas ungewöhnlich, aber es hilft! Der engste Kreis meiner Liebsten wird mit einer kurzen SMS gewarnt. Zu oft ist es schon vorgekommen, dass unnötiger Streit ausgebrochen ist, der durch eine liebevolle Umarmung hätte vermieden werden können. Denn eigentlich brauchen wir doch gerade in dieser Phase ganz viel Liebe.
Allerdings erwische ich mich immer wieder dabei, dass ich manchmal einfach zu stolz oder zu unsicher bin, um offen zu dieser Bedürftigkeit in meiner zweiten Zyklushälfte zu stehen. Durch den offenen Umgang damit, wissen meine Freunde aber Bescheid und können so viel besser und deeskalierend mit mir umgehen und mir eine Extraportion Umarmungen schenken.

Deswegen meine Bitte an das Umfeld von menstruierenden Personen:

Nehmt die Person immer ernst und schenkt ihr durch aufrichtiges und echtes Zuhören Gehör. Gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg war für mich ein Augenöffner und jeder sollte diese Kommunikationstechnik kennen, weil sie den Umgang miteinander so sehr bereichert.

Seid euch darüber bewusst, dass es vielen Menstruierenden wirklich schwer fällt Grenzen zu wahren und Erholungspausen einzulegen, damit sie weiterhin ausgeglichene Mitmenschen sind.

Ein schönes Beispiel für den Erfolg meiner offenen Kommunikation ist der beste Mitbewohner der Welt. Während meiner prämenstruellen Phase hat er sich extra Mühe gegeben und eine ganze Woche das Badezimmer immer ordentlich hinterlassen – im Gegensatz zu sonst. Das war davor ein riesen Konfliktpunkt. Aber nachdem er Bescheid wusste, hat er mir in dieser Zeit die Arbeit abgenommen, um mich zu schonen. So hat er uns den Ärger erspart, den wir sonst gehabt hätten, da mir ein sauberes Bad echt wichtig ist!

Tipp 7: ich teile meine Bedürfnisse mit

Ein wichtiger Punkt ist das Bedürfnis nach Nähe. Eine Person zum Kuscheln oder wenigstens ein Kuscheltier hilft mir nämlich wirklich Wunder! Deswegen hat es sich bei mir total bewährt mit meinen Freunden und/oder Partner*innen schon vorher über meine Bedürfnisse nach Nähe und Zuneigung zu sprechen. Ganz einfach so: „Hey in den Tagen bevor ich meine Periode bekomme, fällt es mir schwer meinen Wunsch nach Nähe auszudrücken, hättest du Lust mich dabei zu unterstützen?“ Mein Kuscheltier hat sofort „Ja“ gesagt und auch meine Freunde schätzen meine klare Kommunikation und interpretieren sie nicht als Anklage, dass sie sich zu wenig um mich kümmern, sondern als eine Art „Guide, besser mit mir umgehen zu können“. Auch wenn wir uns gegenseitig in der Erfüllung unser Bedürfnisse unterstützen dürfen, bist du ganz klar für dich Selbst verantwortlich.

Sieh es als Geschenk, dass dein Körper dich mit seinen Symptomen darauf hinweist, deine Selbstfürsorge durch deinen gesamten Zyklus hindurch zu vertiefen.

Ich kann sehr gut verstehen, wie herausfordernd die zweite Hälfte unseres Zyklus sein kann. Früher, da hatte ich ganz klar Angst vor PMS und der prämenstruellen Phase. Ich hatte Angst unberechenbar zu sein und das Wut und Ärger mich überfordern können. Doch heute weiß ich, dass das eigentlich die Angst vor meiner eigenen Klarheit und Kraft ist. Heute, da spüre ich ganz deutlich, dass ich mehr und mehr lernen darf mit meiner Power umzugehen.

Pass auf dich auf und lieb dich selbst!

Deine Inga <3

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Über Inga Laumann: Die Künstlerin, Aktivistin und Visionärin möchte zu mehr Selbstliebe inspirieren. Im Fokus steht dabei die weibliche Kraft – Urquell der Intuition und einer unermesslichen Kreativität, die es in jeder von uns zu entdecken gibt. Mit ihren Yoni-Mandalas und -Zeremonien zeigt Inga, wie wir Zugang zu dieser weiblichen Intuition und Weisheit erlangen und ihnen schöpferisch Ausdruck verleihen können.
Inga zelebriert eine tiefe, transformative Wertschätzung für ihren Körper und die Verbundenheit zu der kollektiven weiblichen Urkraft. Ihre wunderschönen „From the Yoniverse“ Yoni-Skulpturen und -Schmuckstücke lassen uns daran teilhaben und sind ein Statement für weibliche Kraft und Kreativität.
Danke, liebe Inga, für diesen schönen Beitrag.